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Day 2 — Your Crush

Hallo Du,

ich war heute mit einem Freund einen Kaffee trinken. Es war schön. Wir saßen da, haben geredet, die Hände an den Tassen warm gerieben, wir haben geschwiegen und still andere Menschen beobachtet und in den richtigen Momenten haben wir uns wissende Blicke zugeworfen. Es war echt und einfach und alles, was Du nicht bist.
Daran musste ich denken, als ich in mich gesunken in dem alten Sessel saß. Du bist ein aufbrausender Mensch, sehr von Dir und Deinen Leistungen, Deinem Wissen, überzeugt. Du trinkst gerne. Auch gerne zuviel. Und wenn man in den richtigen Momenten leise ist, fängst Du an lauter zu werden. Du bist gnadenlos ehrlich und dadurch auffallend unhöflich, weil Du nicht weißt, wann es besser ist zu schweigen. Du siehst alles als selbstverständlich an und glaubst, dass jeder Dich so verehrt, wie Du es tust. Im Großen und Ganzen bist Du alles, was ich nicht will.
Aber dann fiel mir diese Nacht ein. Als Du neben mir saßst, aufgelöst, mit Tränen in den Augen. Als Du mir zum ersten Mal gezeigt hast, dass hinter dieser starken Fassade mehr ist, als ein Großkotz und dass es auch Dinge gibt, bei denen Du nicht mehr weiter weißt. Dieser Augenblick hat mir Mut gegeben, vielleicht noch ein klein wenig länger an Dir festzuhalten. Aber auch ich habe nicht ewig Kraft und wenn Du zulange zögerst und spielst, bin ich schneller weg, als es Dir wohlmöglich lieb ist.

Kuss.

16.11.12 19:09


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